Vorwort und Leitgedanken

In unserer Gesellschaft hat Sprache eine sozial und beruflich existentielle Bedeutung. Sprache und Kommunikation sind wesentliche Elemente menschlichen Seins. Daher gehen Sprachentwicklungsverzögerungen oft auch mit Auffälligkeiten der Wahrnehmung, der Motorik einher; vielfach treten auch als Folge der Kommunikationsprobleme, Unsicherheit, Rückzugsverhalten oder Aggressionen einher.

Da es nicht immer gelingt, die Sprachentwicklungsverzögerungen im Rahmen ambulanter Behandlung zu beseitigen, ist es unser Auftrag in einem so genannten „teilstationären Setting“, Kinder mit einer nicht nur vorübergehenden Sprachauffälligkeit und Kinder mit schweren Hörproblematiken im Alter zwischen 3 und 6 Jahren durch eine optimale intensive Sprachtherapie in Verbindung mit vielfältigen, therapeutischen und pädagogischen Angeboten ein partizipatives Leben in unserer Welt zu ermöglichen.

Der Sprachheilkindergarten ist als „Durchgangs-“, nicht als Dauer-Kindergarten für sprach- und hörbeeinträchtigte Kinder konzipiert. Daher gehen viele Kinder bereits schon nach 12 Monaten interdisziplinärer Sprachheilbehandlung wieder in den Regelbereich.

Unsere Selbstverpflichtungen: Wir gehen mit dem Kind respektvoll, freundlich und anerkennend um. Wir schaffen eine angstfreie Atmosphäre, in der das Kind seine Fähigkeiten entwickeln und Defizite abbauen kann. Wir begleiten die Kinder intensiv in ihrem Spiel und begleiten ihr Tun sprachlich. Jedes Kind bekommt Einzeltherapie. Die therapeutischen Maßnahmen sind eingebunden in den Tagesablauf und orientieren sich an dem Alltagsgeschehen der Kinder. Unser Ziel ist es, die sprachspezifischen Fähigkeiten der Kinder aufzubauen, ihre sozialkommunikativen Handlungsfähigkeiten zu verbessern und in sämtlichen Bereichen ihrer Persönlichkeit zu stärken. Hierbei beziehen wir die Gesamtentwicklung des Kindes mit ein.
In einer kooperativen Beratung unterstützen wir die Eltern, Kompetenzen zu entwickeln und so den positiven Entwicklungsverlauf ihrer Kinder aktiv und eigenverantwortlich zu beeinflussen.

Unser Handeln ist von einer christlich-ethischen und humanistischen Grundeinstellung geprägt. Wir möchten uns besonders für benachteiligte Kinder und Familien einsetzen und diesen zu mehr Chancengerechtigkeit und einem eigenverantwortlichen Leben verhelfen.

Lüneburg, im März 2017

Dr. Manfred Drees
Gesamtleiter

Bärbel Schnettker
Bereichsleiterin