Sommerfest 2026 – Arabische Nächte
Man nehme ein Sommerfest, eine Gruppe junger Menschen mit ziemlich konkreten Vorstellungen und ein Motto, das nach Henna, gutem Essen und sehr viel Gold klingt: „Arabische Nächte“.
Bevor überhaupt die erste Runde Kicker gespielt oder die erste Schokolade als Gold verkauft wurde, hatten die jungen Menschen bereits ordentlich vorgelegt. In einem eigenen Komitee hatten sie das Fest geplant, Ideen gesammelt, Entscheidungen getroffen und das Rahmenprogramm selbstständig auf die Beine gestellt. Kein fertiges Programm aus der Schublade, das nur noch abgearbeitet werden musste. Die jungen Menschen entschieden selbst, was sie sich für ihr Fest wünschten und wie es aussehen sollte.
Zum Auftakt hielten die jungen Menschen rührende Reden und begrüßten die Gäste. Danach war ziemlich schnell klar: Heute wird nicht lange herumgesessen.
An verschiedenen Stationen konnte man sich Henna auftragen lassen, Armbänder gestalten oder sich ein Tattoo verpassen lassen. Wer lieber seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen wollte, konnte Bälle in eine Flasche werfen. Die Belohnung war standesgemäß: arabisches Gold.
Nun gut. Es war Schokolade.
Aber in Goldfolie sieht schließlich auch Schokolade ziemlich überzeugend aus.
Auch kulinarisch hatte das Motto einiges zu bieten. Die jungen Menschen und die Mit-arbeitenden hatten verschiedene Kuchen gebacken, darunter einen arabischen Grießkuchen. Dazu gab es eine Dönerplatte, an der sich die Gäste bedienen konnten. Damit war spätestens beim Essen klar, dass „Arabische Nächte“ hier durchaus ernst genommen wurden.
Wer dachte, damit sei das sportliche Programm erledigt, hatte den Kicker unterschätzt.
Das Kicker-Turnier lief über den gesamten Tag. Die jungen Menschen und die Betreuer*innen traten in Teams gegeneinander an und kämpften um den Titel. Die bisherigen Sieger konnten ihren Titel zunächst verteidigen, mussten sich am Ende aber geschlagen geben. Ein neues Siegerteam stand fest. Der Kicker-Thron war damit neu besetzt.
Noch interessanter wurde es beim Generationen-Duell.
Hier mussten die jungen Menschen und die Betreuer*innen Begriffe aus der jeweils anderen Generation erraten. Ein Spiel, das zunächst harmlos klang und ziemlich schnell bewies, dass Generationen offenbar doch unterschiedliche Wörterbücher benutzen.
Nach 13 Runden war noch immer keine Entscheidung gefallen. Unentschieden.
Die Spannung war inzwischen so groß, dass nur noch eine wirklich seriöse Entscheidungsmethode helfen konnte: Schnick, Schnack, Schnuck.
Im finalen Duell setzte sich die Jugend durch. Der Sieg ging damit an das Jugendteam.
Währenddessen wurde gefeiert, gegessen, gelacht und natürlich fleißig zugeschaut. Zu Gast waren junge Menschen, Familien, Vertreter*innen des Jugendamtes und Vormünder. Die Stimmung war durchgehend gut und das Fest bot genug Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Tag gemeinsam zu verbringen.
Am Ende blieb vor allem ein Eindruck: Die jungen Menschen hatten dieses Fest nicht einfach besucht. Sie hatten es gemacht.
Sie hatten geplant, diskutiert, entschieden, organisiert und umgesetzt. Und ganz nebenbei bewiesen, dass Partizipation durchaus funktionieren kann, wenn man jungen Menschen tatsächlich zutraut, Verantwortung zu übernehmen.
Und was braucht es dafür?
Ein Komitee, gute Ideen, ein bisschen Organisation, eine Dönerplatte und zur Not eine Runde Schnick, Schnack, Schnuck.
Pascal Ropers
Erzieher Wohngruppe 1